Feminismus – für Frauen, für, Männer, für Alle

Was bedeutet eigentlich Feminismus? Wovon reden wir, wenn wir über Feminismus sprechen – und –  ist das nur für Frauen was? Oder könnte es doch für alle Menschen eine wichtige Bewegung, Haltung, Ausrichtung sein?

Wir folgen den Spuren der feministischen Bewegung mit einem Rückblick auf unsere Kulturgeschichte, reisen in Zeiten der Aufklärung, zu humanistischem Gedankengut und lassen uns von großen Frauen mitnehmen in Aufbrüche der Befreiung und Veränderung.
In Zeiten wie diesen, scheint es wichtiger denn je, für Geschlechtergerechtigkeit und für ein Ende von überalterten, öden und einschränkenden Rollenzuschreibungen einzutreten. Eine spannende Hör-Reise als Inspiration und Denkanstoß mit viel Erhellendem, Erstaunlichem…
Viel Freude beim Zuhören!

Offenheit

Ein Wert, ein Begriff, ein Thema dem wohl niemand seine Wichtigkeit absprechen wird. Ein offener, weiter Geist, ein offenes Herz scheint wichtiger denn je – und doch – man redet über Achtsamkeit, über Gelassenheit, Wachsamkeit, aber wo bleibt die Aufmerksamkeit für Offenheit?
Nun ja, unsere Zeit lädt nicht gerade dazu ein. Skepsis und Wachsamkeit scheint angesichts von Fake News, angesichts all der Verlockungen, Versuchungen und Ausverkäufe unserer Integrität angesagter. Vielleicht aber gelingt es ein paar zeitgemäße Gedanken zu spinnen, was es denn braucht, um einen offenen Geist zu stärken und warum solch eine Haltung sinnvoll scheint.
Juddi Krisnamurti, ein indischer Philosoph und radikaler Freigeist des 2o. Jahrhunderts, hat einige wunderbare Denkspuren, die uns zu unserem Them auf die Sprünge helfen. Ich denke, unsere Fürsorge, unsere Aufmerksamkeit für einen offenen, weiten Geist ist unglaublich wichtig. Man muss sein Haus in Ordnung halten, weil das nämlich niemand sonst für uns tut, kein Guru, keine Religion, kein noch so weiser Mensch –  das müssen wir schon selber tun.

Schauen wir, was wir darüber herausfinden können. Ich freue mich auf euer Mit-dabei-sein, über euer Interesse und los geht’s.


Buchtipp:
 Juddu Krishnamurti: Aus dem Schatten in den Frieden, 1983, Deutsche Fassung  Berlin 1986
sowie: Einbruch in die Freiheit, 1969, deutsche Fassung: derzeit München 2023.
sowie: Jenseits der Gewalt, 1973, deutsche Fassung, 1994 München.

Pazifismus – und warum wir darüber reden müssen

Die Rede über Pazifismus scheint nie zeitgemäß. In Friedenszeiten als unnötig abgetan, muten pazifistische Haltungen angesichts von Kriegshandlungen naiv oder altmodisch an.
Und doch – die norwegische Journalistin Linn Stalsberg stellt, ganz im Sinne Bertha von Suttners, die eindringliche Frage: Was gibt es Altmodischeres als den Krieg?  (Buchtipps siehe Textende)

Eine Hör-Reise zu Haltungen eines zeitgemäß undogmatischen Pazifismus, der auf Friedensarbeit, Diplomatie und Friedensbildung setzt und uns auffordert, alle Möglichkeiten der Konfliktlösung auszuschöpfen, bevor wir gewaltsamem Widerstand zustimmen. Eine Reise zu unseren Talenten der Friedens- und Konfliktfähigkeit und warum es absolut fortschrittlich ist diese zu stärken. Wir reisen zur Erzählung eines modernen zukunftsfähigen Menschenbildes: eines Menschen, der des Friedens fähig ist und staunen darüber, was all dies mit der Frauenbewegung des beginnenden 20. Jahrhunderts zu tun hat. Wir folgen der Fährte all der Chancen, die wir als friedensbewegte Menschen haben – im öffentlichen Raum und auf ganz alltäglicher Ebene!
Bertha von Suttner glaubte fest an die Zusammenarbeit beider (aller) Geschlechter. Für sie war die Friedensbewegung kein Anliegen einzelner Gruppen, sondern eine gemeinsame Aufgabe – denn Frieden geht uns alle an.

Buchtipps:
Linn Stalsberg: Krieg ist die Verachtung des  Lebens. Ein Essay über den Frieden, Kommode Verlag, 2025.
Birge Krondorfer, Irmtraud Voglmayr (Hg.): Krieg und Friedensbewegung: Feministische Perspektiven, mandelbaum verlag, 2025.

„Mit Mathilde“ kurze Buchvorstellung

Alexandra Gusetti: Mit Mathilde. Roman. Verlag Bibliothek der Provinz, 2025

Ein gehörloses Mädchen wächst mit sieben Geschwistern in einem Tiroler Dorf auf. Ein liebevolles,
fortschrittliches Elternhaus bietet ausreichend Schutz und Fürsorge. Nach dem frühen Tod des Vaters zieht
die Familie nach Salzburg. Armut, Durch die Wirren der 1920er Jahre, familiäre und existenzielle Not strandet Mathilde in einer psychiatrischen Anstalt. 1940 wird sie nach Hartheim deportiert und ermordet.
Spontan und unverhofft kreuzt sich der Lebensweg der Erzählerin mit jenem Mathildes. Stück für Stück dringt brüchige Vergangenheit an die Oberfläche, bis sich ein Ganzes formt. Über Zeitferne hinweg entsteht ein feiner, sensibler Dialog über Liebe, Verbundenheit, Hilflosigkeit – sowie über die Erschütterung, wozu wir Menschen fähig sind.
Ein Beitrag zur Auflösung transgenerationaler Traumata und zu einem bedingungslosen Nie Wieder.

Gewohnheiten und Veränderung

Menschen leben und lieben ihre Gewohnheiten, manche mehr, manche weniger. Die einen hängen mehr an Vertrautem, die anderen suchen mehr das Neue, Chaotische, Unbekannte…
Jedoch – Gewohnheiten, und das ist nichts phänomenal Neues –  geben Sicherheit. Interessanterweise aber halten Menschen oft auch dann an ihren Gewohnheiten fest, wenn diese schon längst nicht mehr sinnvoll sind, beharren auf Traditionen, weil`s doch so schön ist…
Eine kleine Hör-Reise rund um dieses allzu menschliche Phänomen – im Persönlichen wie auf gesellschaftlicher Bühne. Wie steht es um die Anfänge des Gewohnten, um die Pflege wunderbarer Gewohnheiten? Wie kann ein Loslassen und der Beginn von Neuem, weniger Vertrautem, gelingen? Warum gelingt es uns manchmal Neues zu etablieren und andere Male weniger? Alltägliches, Kluges, Banales und Philosophisches…

Über Wundern und Staunen

„Verwunderung (thaumazein) veranlaßte zuerst wie noch jetzt die Menschen zum Philosophieren, indem man anfangs über die unmittelbaren sich darbietenden unerklärlichen Erscheinungen sich verwunderte, dann allmählich Fortschritt und auch über Größeres sich in Zweifel einließ.“ Aristoteles Metaphysik

In der Philosophie, von Philosophinnen und Philosophen wird gerne vergessen, dass nicht intellektuelle Erkenntnis am Beginn wahrhaften Philosophierens steht, sondern ein schlichtes, einfaches Sich-Wundern. Es ist, als ob die gute alte Philosophia uns sagen möchte: Bitte Geduld ihr Lieben, ihr dürft schon noch kluge Wege der Erkenntnis beschreiten, aber zuvor, lasst bitte Staunen und Wundern eure Gäste sein. Lasst dies zu, denn sonst kommt hinterher nichts Gutes raus.
Hanna Arendt erinnert uns, dass es sich dabei nicht nur um leise staunende Empfindungen handeln muss, sondern möglicherweise auch um erschütternde aufrüttelnde Momente der Verwunderung, der Fassungslosigkeit, die uns unser Nicht-Wissen oder unsere Täuschungen zu Sachverhalten erkennen lassen.
Wir dürfen bereit sein, uns immer wieder zu verwundern, zu staunen, um neue Reisen zu beginnen, und Offenheit zuzulassen. Wir dürfen uns vom Wundern und Staunen berühren lassen und immer wieder zurückkehren, zu sokratischem: „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“

Geschichten erzählen…

ein vielleicht etwas ungewöhnliches Thema für diesen Podcast. Und doch – die menschliche Vorliebe für Geschichten ist etwas sehr Bemerkenswertes, Erstaunliches, denn: Menschen lieben Geschichten. Wir hören, lesen, erzählen Geschichten, gehen ins Kino, ins Theater und sehen fern. Die große Bühne des Theaters steht schon seit ewigen Zeiten für uns bereit!

Diese liebenswerte menschliche Vorliebe, Eigenart, Fähigkeit ist etwas Wunderbares, jedoch droht ob dieser Geschichte-erzähl-Leidenschaft auch Verführbarkeit. Das medial schon etwas abgegriffene Wording des Narrativs zeigt, wie wichtig es zu sein scheint, über die richtige Erzählung zu verfügen, will man öffentlich Punkte sammeln. „Reinkippfallen“ drohen in sozialen Medien und bei vereinfachter Berichterstattung vielerorts.
Bei aller Vorsicht bewahre man sich bitte die Fähigkeit, sich vom Geschichten-erzählen bezaubern zu lassen. Eine kurze Hör-Reise rund ums Geschichten erzählen. Wir reisen zu Erstaunlichem großer und kleiner Bühnen, reisen zu Lebensgeschichten, tauchen ein in Philosophisches und Triviales.

Berührbarkeit

Nach Hannah Arendt ist das Gefühl der Berührbarkeit wesentlich und konstruktiv für unser gemeinschaftliches, gesellschaftliches Miteinander. Sie zählt Berührbarkeit zur Kategorie der weltöffnenden Gefühle, die wesentlich zu einem gelingenden Miteinander beitragen. Konstruktive Denkspuren in Zeitgeschichte und Wissenschaften sind zumeist von mitfühlender Umsicht getragen.

In bildungspolitischer Hinsicht ist ein Blick auf Daten, Fakten, Historie und Forschung, so unbenommen wichtig dies ist, oftmals zu wenig, um Einsicht und Verstehbarkeit auf den Weg zu bringen. Erst wenn wir uns der Geschichte öffnen, in Lebensgeschichten, Erfahrungen, Lebensschicksale eintauchen, uns berühren lassen, gelingt wahrhaftige Erkenntnis. All dies erleben wir in unserem heurigen 80jährigen Gedenkjahr in Form von Zeitzeugenberichten, in den Erzählungen von Lebensschicksalen einmal mehr wieder. Eine kleine Reise rund um einen schönen und zeitgemäß bedeutsamen Begriff.

Selbstbehauptung

Selbstwert – Selbstbestimmung, nach diesen beiden Themen nun das dritte im Bunde – Selbstbehauptung.
Sich zu zeigen, sich mit Standpunkten, Werten, Äußerungen und Handlungen kundzutun, sichtbar zu werden, sich behaupten zu können, Standfestigkeit beweisen, auch wenn…?
Ganz klar zu sagen, dies und das fordere ich, dafür stehe ich ein…?
Ich vermute wenige haben´s in Kindertagen gut gelernt.
Wie magst du sichtbar werden? Eine schöne Frage, die Menschen sich öfter stellen sollten!
Eine Hör-Reise rund um all dies und einiges mehr – viel Freude beim Hören.

Selbstbestimmung

Selbstbestimmter Ausdruck nach außen folgt unseren Gedanken, Empfindungen, Vorstellungen, Wichtigkeiten und Werten, setzt etwas Willensfreiheit und eine Brise innere Freiheit voraus. Wo und wie werde ich agieren? Bringe ich mich ein, mische ich mit oder halte ich mich raus?
Nach Martha Nussbaum braucht es für ein glückendes und selbstbestimmtes Leben eine Vorstellung des „eigenen Guten“ sowie des „guten Lebens im Miteinander“. Es ist gar nicht so selbstverständlich, dass Menschen eine Vorstellung von solch einem „Guten“ haben. Viele Menschen können sich ihre Lebensbedingungen wenig aussuchen, aber wenn wir etwas Gestaltungsfreiheit haben, sollten wir diese doch nutzen! Eine Reise rund um dem Wert der „Selbstbestimmung“ rund um ein Thema, das Menschen schon sein Menschengedenken umtreibt. Viel Freude beim Hören!

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