Nein heißt Nein und Ja heißt Ja

In dieser Podcastfolge geht es um die Kraft klarer Grenzen, um ehrlichen Jas und mutige Neins,
denn: Nein heißt Nein und Ja heißt Ja.
Gerade in Zeiten wie den unseren wird es immer wichtiger, für ein respektvolles, demokratisches Miteinander einzustehen und klare Haltung zu zeigen – gegen Respektlosigkeit, Gewalt, Sexismus, Abwertung, u.v.m. Anhand vieler kleiner und großer Beispiele versteht sich diese Podcastfolge als Einladung, ehrliche Jas und Neins zu formulieren und daran zu arbeiten, die eigene Stimme mutig einzusetzen. Denn: Grenzen zu setzen ist kein Zeichen von Härte, sondern von Selbstachtung – und auch von Respekt gegenüber anderen. Wer Nein sagen kann, kann auch wirklich von Herzen Ja sagen.
Eine Hör-Reise rund um all dies und einiges mehr – viel Freude beim Hören.
Buchtipp: Maike Schöfer: Nö. Eine Anstiftung zum Neinsagen, Piper Verlag, 2025.

Pazifismus und Friedensaktivismus – wichtiger denn je / Lesung philosophischer und literarischer Texte

Alexandra Gusetti und Franz Huber
D0. 25.6. / 19.00 Uhr / MakArt / Atelier Studio 3, Schlossberg 3, 4020 Linz
Menschen, die für Frieden einstehen, pazifistische Werte hochhalten, werden oft als naiv oder altmodisch abgetan. Und doch müssen wir angesichts der Weltlage, angesichts einer anhaltenden Resignation, Ratlosigkeit, unendlicher Unsicherheiten und einer Selbstverständlichkeit militärischer Aufrüstung über Krieg und Frieden reden. Wie könnte ein zeitgemäßer, undogmatischer Pazifismus lauten? Was bedeutet es friedensfähig zu sein?

Alexandra Gusettis Texte zu einem zeitgemäßen Pazifismus werden verwoben mit einer Auswahl literarischer Texte, präsentiert von Franz Huber, u.a. Bertha von Suttner, Kurt Tucholsky, Marlene Streeruwitz, Ingeborg Bachmann und Ernesto Cardenal.

Alexandra Gusetti: Philosophin, Autorin, psychologische Beraterin, Vorstandfrau von WILPF Austria (Women`s International League für Peace and Freedom).
Franz Huber: Dramaturg und Autor.

Offenheit

Ein Wert, ein Begriff, ein Thema dem wohl niemand seine Wichtigkeit absprechen wird. Ein offener, weiter Geist, ein offenes Herz scheint wichtiger denn je – und doch – man redet über Achtsamkeit, über Gelassenheit, Wachsamkeit, aber wo bleibt die Aufmerksamkeit für Offenheit?
Nun ja, unsere Zeit lädt nicht gerade dazu ein. Skepsis und Wachsamkeit scheint angesichts von Fake News, angesichts all der Verlockungen, Versuchungen und Ausverkäufe unserer Integrität angesagter. Vielleicht aber gelingt es ein paar zeitgemäße Gedanken zu spinnen, was es denn braucht, um einen offenen Geist zu stärken und warum solch eine Haltung sinnvoll scheint.
Juddi Krisnamurti, ein indischer Philosoph und radikaler Freigeist des 2o. Jahrhunderts, hat einige wunderbare Denkspuren, die uns zu unserem Them auf die Sprünge helfen. Ich denke, unsere Fürsorge, unsere Aufmerksamkeit für einen offenen, weiten Geist ist unglaublich wichtig. Man muss sein Haus in Ordnung halten, weil das nämlich niemand sonst für uns tut, kein Guru, keine Religion, kein noch so weiser Mensch –  das müssen wir schon selber tun.

Schauen wir, was wir darüber herausfinden können. Ich freue mich auf euer Mit-dabei-sein, über euer Interesse und los geht’s.


Buchtipp:
 Juddu Krishnamurti: Aus dem Schatten in den Frieden, 1983, Deutsche Fassung  Berlin 1986
sowie: Einbruch in die Freiheit, 1969, deutsche Fassung: derzeit München 2023.
sowie: Jenseits der Gewalt, 1973, deutsche Fassung, 1994 München.

Mit Mathilde / Lesung

Eines Tages kam sie zu mir. Sie kam an einem kalten grauen Februartag. Mathilde rief mich lautlos, sprachlos, ein liebevoller Schatten. Sie zog mich heftig und doch sanft in ihre Zeit. Unverhofft nahm ich ihre Gegenwart auf, folgte ihr in ihre Welt … „
Spontan und unverhofft kreuzt sich der Lebensweg der Autorin mit jenem Mathildes, einer gehörlosen jungen Frau, die in den Wirren der 1920er Jahre in einer psychiatrischen Anstalt strandet und 1940 in Hartheim ermordet wird. Die Erzählerin taucht in die Vergangenheit ein, lässt sich von Mathildes Leben berühren und lässt über Zeitferne hinweg einen feinen, sensiblen, historischen Dialog über Liebe, Verbundenheit und ein bedingungsloses Nie-Wieder entstehen.

Pfarrsaal Stift Kremsmünster, 24. April 2026, 19.30, Einlass 18.30
Literarischer Umtrunk, Imbiss, Getränke im Anschluss
Vorverkauf: € 12.- Kartenbestellung: kremsmuenster@bibliotheken.at
sowie Verkauf in der Bücherei, Skribo Moser, Trafik Lesjak Kremsmünster;
an der Abendkasse € 16.-

Alexandra Gusetti: Mit Mathilde, Roman, Verlag Bibliothek der Provinz, Nov. 2025.
ISBN 978-3-99126-392-0, 136 Seiten, Hardcover.

Über Wundern und Staunen

„Verwunderung (thaumazein) veranlaßte zuerst wie noch jetzt die Menschen zum Philosophieren, indem man anfangs über die unmittelbaren sich darbietenden unerklärlichen Erscheinungen sich verwunderte, dann allmählich Fortschritt und auch über Größeres sich in Zweifel einließ.“ Aristoteles Metaphysik

In der Philosophie, von Philosophinnen und Philosophen wird gerne vergessen, dass nicht intellektuelle Erkenntnis am Beginn wahrhaften Philosophierens steht, sondern ein schlichtes, einfaches Sich-Wundern. Es ist, als ob die gute alte Philosophia uns sagen möchte: Bitte Geduld ihr Lieben, ihr dürft schon noch kluge Wege der Erkenntnis beschreiten, aber zuvor, lasst bitte Staunen und Wundern eure Gäste sein. Lasst dies zu, denn sonst kommt hinterher nichts Gutes raus.
Hanna Arendt erinnert uns, dass es sich dabei nicht nur um leise staunende Empfindungen handeln muss, sondern möglicherweise auch um erschütternde aufrüttelnde Momente der Verwunderung, der Fassungslosigkeit, die uns unser Nicht-Wissen oder unsere Täuschungen zu Sachverhalten erkennen lassen.
Wir dürfen bereit sein, uns immer wieder zu verwundern, zu staunen, um neue Reisen zu beginnen, und Offenheit zuzulassen. Wir dürfen uns vom Wundern und Staunen berühren lassen und immer wieder zurückkehren, zu sokratischem: „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“

Aus dem Fenster schauen

Ein Philosetti zum „Aus dem Fenster schauen“ Eine spielerische philosophische Reise rund um eine
eine Aussage, eine Tätigkeit, eine Analogie, eine Metapher. Wir schauen aus dem Fenster, wir schauen in die Welt, zuweilen lehnen wir uns aus dem Fenster, um gewohnte Linien zu überschreiten.

Morgens blicke ich aus dem Fenster, ein gewohnter Blick. Ein Fenster wird zu einem Fenster erst durch einen Raum, eine Wand. Ein Raum wird durch ein Fenster erst zu dem, was er sein soll, einer Hülle, einem Schutz mit Sicht, einer Unterkunft mit Ausblick.
Ich erinnere Frauen aus meiner Kindheit, deren Beschäftigung tagsüber hauptsächlich darin bestand aus dem Fenster zu schauen. Als Kind war ich vor ihnen auf der Hut, kein Entkommen, weil weniger folgsam…Vielleicht war es für die Frauen eine Möglichkeit diesen kleine Ausschnitt der Welt etwas unter Kontrolle zu bringen.
Ein Blick aus dem Fenster, ein Blick ins Grün, in die Weite, kann helfen innerlichen Raum zu schaffen, wo immer auch, in Besprechungen, Gesprächen, blick kurz zur Seite, schau aus dem Fenster.

Eine schöne Beschreibung dazu von Iris Murdoch, einer Philosophin des 20 Jh., die schreibt:
In einer aufgewühlten verärgerten Stimmung sehe ich aus dem Fenster. Meiner Umgebung bin ich kaum gewahr, vielleicht grüble ich nach über einen Ansehensverlust, den ich erlitten habe. Dann sehe ich plötzlich einen schwebenden Falken. Mit einem Mal ist alles verändert. Das grübelnden Selbst mit seiner verletzten Eitelkeit ist verschwunden. Jetzt gibt es nichts als den Falken. Und wenn ich dann meine Gedanken über die andere Sache wieder aufnehme scheint sie weniger wichtig.

Aus dem Fenster schauen.

Warten-können

Die Kunst des Warten-Könnens, ist ein Vermögen unseres Mensch-seins, das wir genauso brauchen wie gezielte Aktivität. Natürlich –  wir  könnten sagen: Wir haben doch besseres zu tun, es gibt so viel zu tun, bitte werden wir tätig, grad in Zeiten wie den unseren. Ja, stimmt total, denn es ist auch etwas, das kippen kann. Wir können was kaputt warten, immer nur warten und dann passiert gar nichts. Deshalb ist diese Podcastfolge auch keine Verherrlichung des Wartens, als ewiges Nichts-tun, sondern eine  kurze Hör-Reise rund um eine Kunst, die unsere Lebenswirklichkeit bereichern kann, abseits jeder Nutzbarkeits- und Effizienzgedanken.

Über die Würde

Würde –  ein interessanter Begriff und zudem immer aktuell!
Eine Reise zu den vielfältigen Aspekten rund um Würde und humanistische Lebensaspekte.
Sich daran zu erinnern, unserem Sein, unserem Handeln Würde zu verleihen, verliert nie an Kraft. Der Begriff Würde hat sich im Laufe unserer Kulturgeschichte als Beschreibung eines Prinzips entwickelt, das den inneren Wert eines Menschen bezeichnet, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Eigenschaften, Leistungen. Würde entspricht daher einerseits einem inneren unantastbaren Wert, als auch einer inneren Haltung, die uns veranlasst vollkommen selbstverständlich anderen Menschen, bzw. unserer gesamten Mitwelt mit Achtung, Respekt zu begegnen.  

Wege der Frauenmystik


Innerhalb mystischer Tradition findet sich in diesen weiblichen Wegen ein zutiefst menschliches und herzliches Lebensverständnis. Liebe, Mitgefühl und recht pragmatische Beschreibungen alltäglicher Erfahrungen muten unglaublich sympathisch an.
Teresa von Avila berichtet uns über eine intensive, aber nüchterne Weise der Selbsterkenntnis, ein tiefes herzensgeleitetes Eindringen in die eigene Mitte, in ein Tiefenbewusstsein, das verwandelt und verändert. Daoistische Praktikerinnen erzählen von Reisen in blühende Welten, von Relativierung der Lebenswichtigkeiten und Harmonisierung der Persönlichkeit. Der Spur der Frauen zu folgen, die Meditation und Mystik als Praxis gelebten und erlebten Lebens betrachten, lohnt sich!

Über den Widersinn von Rache

Dieser Podcast wendet sich diesem großen, übergroßem Thema zu. Rache ist leider wohl einer der großen Antreiber in unserer Menschengeschichte. Von Rache abzulassen zugunsten eines besonneneren Agierens ist eine Entscheidung, eine Leistung unseres freien Willens, deren wir als empathische Wesen fähig sind.  Die Zeit und den Weg, den es braucht, um von Rache abzulassen, benennt die Philosophin Martha Nussbaum als Phase des Übergangs. Es liegt, im Kleinen und im Großen, an uns, alle zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um ein besonneneres, auf eine konstruktive Zukunft gerichtetes Agieren zu leben, im Sinne der Würde, des Mitgefühls und gemeinwohlorientierter Gerechtigkeit.
Um dieses Thema zu beleuchten, gibt es einige interessante Verweise aus der Philosophieschublade, geschichtlich-kulturelle Erfahrungen und viele Aspekte in unserem alltäglichen Miteinander.

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