Lesung und Gespräch Mit Mathilde
Mit: Alexandra Gusetti, Philosophin, Autorin und Manfred Jenewein, Historiker, Landeck
Mathilde, ein gehörloses Mädchen aus Zams, wächst mit ihren Geschwistern um 1900 wohbehütet im Dorf auf. Ein liebevolles, für die Zeit ungewöhnlich fortschrittliches Elternhaus bietet ausreichend Schutz und Fürsorge. Durch die Wirren der 1920er Jahre, familiäre und existenzielle Not strandet Mathilde in der psychiatrischen Anstalt Hall und später im St. Josef-Institut Mils. Mathilde wird mit 66 weiteren Männern, Frauen und Kindern im Dezember 1940 nach Hartheim deportiert und ermordet.
Spontan und unverhofft kreuzt sich der Lebensweg der Autorin mit jenem Mathildes. Über Zeitferne hinweg entsteht ein feiner, sensibler Dialog über Liebe, Verbundenheit, Hilflosigkeit – sowie über die Erschütterung wozu wir Menschen fähig sind.
Diesen Abend widmen wir Mathilde, einer vergessenen Zammerin, um ihr ein Stück Würde und einen Platz in ihrer Heimat zurückzugeben.
Ort: Bibliothek Zams, Riefengebäude, 6511 Zams
Eintritt frei.